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DHH841 > FUNK     31.08.11 20:10l 112 Lines 5180 Bytes #999 (999) @ FFLBOX
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Subj: Weiterhin Probleme mit Billig-Handfunkgerät "Baofeng UV-3R"...
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Weiterhin Probleme mit Billig-Handfunkgerät "Baofeng UV-3R"...

Für erregte Diskussionen hat der Fall eines Funkamateurs gesorgt, dem die
Herausgabe eines in Fernost bestellten Billig-Handfunkgeräts vom Typ "Baofeng
UV-3R" durch den Zoll verweigert wurde (das Funkmagazin berichtete). Nach
Angaben des betroffenen Funkamateurs begründete der Zoll sein Verhalten u.a.
damit, dass das Gerät nicht mit einem CE-Zeichen gekennzeichnet und die
Bedienungsanleitung nur in englischer und französischer Sprache vorhanden sei.

Andere Besitzer des "Baofeng UV-3R" weisen unterdessen in Internet-Foren
darauf
hin, dass ihre Geräte sehr wohl ein CE-Zeichen tragen; es befinde sich etwas
versteckt im Batteriefach. Offensichtlich vertreiben Händler in Fernost
verschieden gekennzeichnete Versionen des Gerätes.

Der betroffene Funkamateur hat sich inzwischen erneut mit dem Zoll in
Verbindung gesetzt. Er berichtet auf amateurfunk-forum.de, dass es nach
Aussage
eines Zollbeamten "seit 1.7.2011 verschärfte Einfuhrregelungen gerade bei
Artikeln aus Fernost (China, Hongkong)" gebe. Das "Baofeng UV-3R" - so der
Funkamateur weiter - habe "keine Einfuhrgenehmigung, egal ob da jetzt ein
CE-Zeichen drauf ist oder nicht, das Gerät erfüllt bestimmte Normen nicht."
Die
Bundesnetzagentur habe ihm zu dem besagten Gerät u.a. folgendes mitgeteilt:
"Nach Prüfung auf Einfuhrfähigkeit durch die BNetzA Leer wurde festgestellt
dass es sich bei der Ware um ein nichtkonformes Produkt handelt. Die
Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr, wie von Ihnen beantragt, ist
nicht zulässig da Verbote und Beschränkungen entgegenstehen. (...)"

Andere Funkamateure berichten dagegen, dass sie keine Probleme bei der
Auslieferung des Geräts gehabt hätten. Die Sendungen seien mitunter als "Toy"
(Spielzeug) deklariert gewesen. ;-)

Kontroverse Diskussionen gab es auch darüber, inwieweit der Import eines
Funkgeräts für den Eigengebrauch unter den Begriff "Inverkehrbringen" im Sinne
des § 10 FTEG fällt. (Eine Person, die ein Gerät "in den Verkehr" bringt, muss
sicherstellen, dass das betreffende Gerät den Anforderungen des FTEG
entspricht.)

Die Bundesnetzagentur verweist dazu auf einen Leitfaden der Europäischen
Kommission, den sog. "Blue Guide". Darin ist der Begriff "Inverkehrbringen"
folgendermaßen definiert:

"Inverkehrbringen ist die erstmalige entgeltliche oder unentgeltliche
Bereitstellung eines Produktes auf dem Gemeinschaftsmarkt für den Betrieb oder
die Benutzung im Gebiet der Gemeinschaft". 

Weiter heißt es dort: 

"Ein Produkt wird auf dem Gemeinschaftsmarkt in den Verkehr gebracht, wenn es
erstmalig bereitgestellt wird. Unter Bereitstellung ist die Überlassung eines
Produktes nach der Herstellung mit dem Ziel des Vertriebs oder der Verwendung
auf dem Gemeinschaftsmarkt zu verstehen."

In einer Fußnote wird auf "Importe für den Eigenbedarf" eingegangen: 

"Daher gelten Importe für den Eigenbedarf von dem Augenblick an, da sie in der
Gemeinschaft ankommen, ebenfalls als in den Verkehr gebracht. (...)"

(Download des "Blue Guide: http://tinyurl.com/44c9knr - siehe dort Seite 19)

Die Zeitschrift "Funkamateur" hat in der Ausgabe 9/2011 einen Test des
"Baofeng
UV-3R" veröffentlicht. Der Autor des Testberichts bescheinigte dem Gerät eine
"sehr gute Modulation" und eine "nach kurzer Eingewöhnung erfreulich
übersichtliche (...) Bedienung". Der eingebaute Lautsprecher biete "eine sehr
präsente Sprachwiedergabe", ein "ärgerliches Manko" sei jedoch "die auch noch
in geringster Stufe deutlich zu hohe NF-Lautstärke". Die Frequenzgenauigkeit
sei "erstaunlich gut". 

Problematisch war dagegen die Oberwellenunterdrückung: Die 2. Harmonische
wurde
im "High"-Betrieb im 2m-Band um nur 23,2 dB und im 70cm-Band um 54,8 dB
unterdrückt; im "Low"-Betrieb betrug die Oberwellenunterdrückung 2,7(!) dB
bzw.
55,6 dB. (Die Bundesnetzagentur sieht als Richtwert für die Dämpfung
unerwünschter Aussendungen 60 dB vor.) Der Autor des Tests weist darauf hin,
dass es sich bei den Testgeräten um selbstimportierte Ware aus China handelte,
die erworben wurde, bevor Geräte dieses Typs auf dem deutschen
Amateurfunkmarkt
auftauchten.

Die im "Funkamateur"-Test festgestellte mangelhafte Oberwellenunterdrückung
deckt sich mit den Angaben eines Funkamateurs, der auf "amateurfunk-forum.de"
berichtet, er habe ein "Baofeng UV-3R" auf der HAM RADIO vermessen lassen. Das
Spektrum beim Senden auf 2m sei "erschreckend" gewesen - der Abstand zur
ersten
Oberwelle habe nur 22 dB betragen. Bei einem anderen OM sei ein Wert von 32 dB
gemessen worden.

Im Internet kursieren mittlerweise Modifizierungsanleitungen, in denen
beschrieben wird, wie mit verhältnismäßig einfachen Mitteln die mangelhafte
Oberwellenunterdrückung des Geräts im 2m-Band verbessert werden kann.

Ungeachtet der genannten Probleme wird das "Baofeng UV-3R" weiterhin auch von
deutschen Händlern in Anzeigen in Fachzeitschriften und im Internet angeboten.


- wolf -

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www.funkmagazin.de

Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche Medien
(z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio) übernommen werden.

--

Quelle: http://www.funkmagazin.de/270811.htm

73 de Hans!
 


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