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DHH841 > FUNK 21.08.11 20:15l 55 Lines 2605 Bytes #999 (360) @ BAY
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Subj: Funkgesteuerte Insulinpumpe manipuliert
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Unsichere Medizintechnik: Funkgesteuerte Insulinpumpe manipuliert
Der amerikanische Sicherheitsexperte Jay Radcliffe hat auf Sicherheitsmängel
bei funkgesteuerten Medizinprodukten aufmerksam gemacht.
Jay Radcliffe ist Diabetiker und Träger einer funkgesteuerten Insulinpumpe. Die
Insulinpumpe erhält ihre Daten von einem sog. Glukosemonitor, der auf der
Bauchdecke angebracht ist und über einen Sensor kontinuierlich den
Blutzuckerspiegel misst. Die Übertragung der Meßdaten an die Insulinpumpe
erfolgt per Funk.
Um die Sicherheit dieses funkgesteuerten Systems zu testen, versuchte Radcliffe
im Selbstversuch, die Geräte zu manipulieren. Dazu zeichnete er das Funksignal
mit einem Scanner auf und stellte es auf einem Oszilloskop dar. Weitere
Informationen zu dem verwendeten Funkchip und dem Übertragungsverfahren fand
auf der Website der amerikanischen Funkaufsichtsbehörde FCC (entspricht etwa
der deutschen BNetzA). Dort müssen Funkgerätehersteller Unterlagen zur
Störsicherheit ihrer Geräte hinterlegen.
Es gelang Radcliffe zwar nicht, das digitale Funksignal vollständig zu
entschlüsseln. Er konnte das Signal jedoch so weit verändern, dass die
Insulinpumpe im Display falsche Messwerte anzeigte. Es gelang es ihm auch, mit
einem Sender aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern die Insulinpumpe
derart zu manipulieren, dass sie falsche Insulinmengen ausschüttete. Dies
könnte für den Träger eines derartigen Geräts im Ernstfall zu einer
lebensbedrohlichen Situation führen. Außerdem schrieb er ein Scanner-Programm,
mit dem er die Insulinpumpe orten konnte.
Radcliffe machte die Ergebnisse seiner Versuche auf der Sicherheitskonferenz
"Black Hat" bekannt, die Anfang August 2011 in Las Vegas stattfand. Er betonte,
dass er die Menschen damit nicht in Panik versetzen wollte. Deshalb verzichtete
er auch auf die Veröffentlichung von Details und erklärte, er wolle mit
Herstellern solcher Geräte zusammenarbeiten, um die Sicherheit zu verbessern.
Die Öffentlichkeit müsse jedoch für solche Probleme sensibilisiiert werden,
weil immer mehr medizinische Geräte auf dem Funkwege miteinander vernetzt
würden. Hinweise darauf, dass die genannten Sicherheitslücken in der Praxis
bereits ausgenutzt wurden, gibt es bisher nicht.
- wolf -
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/210811.htm
73 de Hans!
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