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FFL0EV > DARC 28.09.26 20:52l 98 Lines 4885 Bytes #999 (7) @ BCMNET
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Subj: JTTY — schneller, empfindlicher Tastatur‑Digimode
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WSJT-X
JTTY — schneller, empfindlicher Tastatur‑Digimode für Contest & Chat
Mit WSJT‑X 3.2.0-rc1 wird ein neuer Digimode vorgestellt: JTTY [1].
Im Text‑ und Messaging‑Slang steht JTTY für "just to tell you". Der
neue digitale Modus bietet schnelle, RTTY‑ähnliche
Contest‑Austausche
und Chat‑Kommunikation von Tastatur zu Tastatur.
JTTY arbeitet ähnlich wie RTTY, liefert jedoch eine deutlich bessere
Empfindlichkeit bei gleichzeitig sehr niedrigen Fehlerraten. Im
Gegensatz zu den FTx‑Modi erlaubt JTTY das Senden jederzeit. Verwendet
wird eine 4‑Ton‑GFSK‑Wellenform mit
1,888‑Sekunden‑Frames und einer
Bandbreite von etwa 127 Hz. Wie bei PSK31 lassen sich die Funktions-
tasten F1–F8 mit contesttypischen Austauschmeldungen belegen. Texte
können während des Sendens geschrieben und in eine Warteschlange
gestellt werden. Signal‑Subtraktion und adaptive Dekodierung unter-
stützen bei überlappenden oder fadenden Signalen. Gesendeter und
empfangener Text wird in der Datei ALL.TXT protokolliert; eine
MMTTY‑kompatible Schnittstelle verbindet zu MM‑Logger+ ab Version
1.0.11449 oder neuer. Das WSJT-Entwicklerteam um Joe Taylor hatte
bereits im Juni 2026 JTTY angekündigt [2].
Was ist 4-GFSK?
GFSK, die Abkürzung für Gaussian Frequency Shift Keying, ist ein
digitales Modulationsverfahren, das in zahlreichen modernen
Funkanwendungen zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um eine
Weiterentwicklung der klassischen Frequenzumtastung (FSK), bei der
digitale Informationen durch unterschiedliche Trägerfrequenzen
übertragen werden. Während bei herkömmlicher FSK die Frequenzsprünge
zwischen den einzelnen Datenbits abrupt erfolgen, werden diese
Übergänge bei GFSK durch einen sogenannten Gauß-Filter geglättet.
Dadurch entstehen weichere Frequenzwechsel, die das ausgesendete
Signal deutlich spektral sauberer machen.
Der größte Vorteil dieser Technik liegt in der reduzierten Bandbreite.
Durch die geglätteten Übergänge wird weniger Energie in unerwünschte
Nebenwellen abgestrahlt, sodass benachbarte Kanäle wesentlich geringer
gestört werden. Dies verbessert die Frequenzökonomie und ermöglicht
eine effizientere Nutzung des verfügbaren Spektrums. Gerade in Zeiten
zunehmender Funkaktivität und knapper Frequenzressourcen stellt dies
einen wichtigen Vorteil dar.
Ein weiterer Pluspunkt von GFSK ist die nahezu konstante Hüllkurve des
Signals. Im Gegensatz zu vielen komplexeren digitalen Modulationsver-
fahren bleibt die Sendeleistung weitgehend gleichmäßig, wodurch auch
hocheffiziente Leistungsverstärker eingesetzt werden können. Die
Anforderungen an die Linearität der Endstufe sind vergleichsweise
gering, was insbesondere bei batteriebetriebenen Geräten von Vorteil
ist. Gleichzeitig bleibt die Modulation robust gegenüber Störungen und
Amplitudenschwankungen, was zuverlässige Funkverbindungen selbst unter
schwierigen Ausbreitungsbedingungen ermöglicht.
Die Glättung der Frequenzübergänge bringt allerdings auch einen kleinen
Nachteil mit sich. Da sich benachbarte Symbole gegenseitig beeinflussen
können, steigt die Komplexität der Signalverarbeitung im Empfänger.
Moderne digitale Signalprozessoren bewältigen diese Aufgabe jedoch
problemlos, sodass die Vorteile in den meisten Anwendungen deutlich
überwiegen.
GFSK und verwandte Verfahren haben sich daher in einer Vielzahl
technischer Systeme etabliert. So basiert Bluetooth sowohl in der
klassischen Variante als auch bei Bluetooth Low Energy auf GFSK. Das
weltweit eingesetzte Mobilfunksystem GSM verwendet mit GMSK (Gaussian
Minimum Shift Keying) eine eng verwandte Modulationsart. Auch das
automatische Schiffsidentifikationssystem AIS setzt auf diese Techno-
logie. Im Amateurfunk finden sich entsprechende Verfahren ebenfalls
wieder. Die digitale Sprachbetriebsart M17 nutzt beispielsweise 4GFSK,
bei der vier statt zwei Frequenzzustände übertragen werden. Dadurch
lässt sich bei gleicher Kanalbreite eine höhere Informationsdichte
erreichen. Weitere digitale Sprachsysteme wie DMR, NXDN oder D-STAR
basieren ebenfalls auf FSK-Varianten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass GFSK die Robustheit und Ein-
fachheit der klassischen Frequenzumtastung mit einer deutlich
besseren Spektraleffizienz verbindet. Die Kombination aus geringer
Bandbreite, reduzierten Nebenaussendungen, hoher Energieeffizienz
und guter Störfestigkeit macht dieses Verfahren bis heute zu einer
der wichtigsten digitalen Modulationsarten im professionellen Funk,
im Mobilfunk und im Amateurfunk.
--
[1] https://wsjtx.github.io/wsjtx/guide-full.html#JTTY
[2] https://www.dx-world.net/new-digital-mode-jtty/
--
Quelle: https://www.darc.de/home/
* Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *
Funkfreunde Landshut e.V.
www.funkfreundelandshut.de
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