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DHH841 > FUNK 06.12.09 19:23l 104 Lines 5202 Bytes #999 (360) @ BAY
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Werthe Funkergemeinschaft
Schon seit geraumer Zeit dräute es meinen Butler und selbstredend meine
Persönlichkeit, eine runde Reise zu allen möglichen Funker-Klupps zu
unternehmen – zum einen, um meinen an und für sich trübseligen Landsitz für
eine illustre Tour zu verlassen, zum anderen höchst wichtige Termine bei den
eingangs erwähnten Klupps wahr zu nehmen.
Mein Butler hatte in allen nur möglichen internetten Foren Veranstaltungen,
Grillfeste und Tagungen aufgegriffen und die Tour so zusammen gelegt, dass wir
zu Zweit an nur zwei Wochenendtagen einige der Termine abfahren und an ihnen
teilnehmen konnten.
Zuerst suchten wir die äFürstlichen Funker e.V.“ in Fürstenfeldbruck Nähe der
Metropole München (Bundesland Freistaat Bayern) auf. Dort wurden wir – da
förmlich bereits angemeldet – herzlich begrüßt und uns sodann die Tagesordnung
vor die Nase gehalten.
Der Vorsitzende dieses fürstlichen Vereins, OM Korbinian Waschzettler eröffnete
die Tagung mit der Vorlesung aus dem Brief an die Römer, Kapitel 13, Vers 3:
"Vor den Trägern der Macht hat sich nicht die gute, sondern die böse Tat zu
fürchten; willst du also ohne Furcht vor der staatlichen Gewalt leben, dann tue
das Gute, sodass du ihre Anerkennung findest ".
Dies beeindruckte uns und die Anwesenden insofern, als das man infolge der
Verinnerlichung dieses Verses alsbald mit zeitgerechten Regelungen für uns
Funkfreunde durch die Bundesnetzagentur zu hoffen begann. Dann folgten
nacheinander die Punkte der Tagesordnung bis zur Verabschiedung und man
sicherte mir zu, uns alsbald ein Protokoll der Tagung zuzuschicken.
Anschliessend schleusten wir uns heimlich in eine Jahrestagung eines
eingetragenen Vereins mit Sitz in Bonn ein, der aber im hessischen Baunatal
(Bundesland Hessen) seine Geschlossene Gesellschaft eingesammelt hatte.
Vorsichtshalber hatten wir sorgfältig präparierte Papiere dabei, die uns als
behördliche Persönlichkeiten auswiesen, da uns ansonsten der Zutritt verweigert
worden wäre. Auch hier wurden wir sehr gern begrüsst und ebenso eine
Tagesordnung vorgelegt. Die dortigen Punkte wurden einhellig abgearbeitet und
auch in diesem Falle die Zusendung eines Protokolles zugesichert.
Am nächsten Tage fanden wir uns bei dem Funker-Klupp äHase und Igel e.V.“ in
Buxtehude (Bundesland Niedersachsen, Landkreis Friesland) wieder, dessen
Vorsitzender Ommo Ommen mehr als überrascht war, da wir unangemeldet
erschienen. Umso herzlicher wurden wir von den Vereins mit Gliedern
aufgenommen. Auch hier bemerkten wir sogleich das übliche Ritual: Aushändigung
der Tagesordnung, drei Stunden Palaver durch sämtliche Punkte, Zusicherung
eines nachfolgenden Protokolls.
Den letzten Termin nahmen wir dann in Rittersgrün (Bundesland Sachsen) im
Erzgebirge Nähe der tscheschischen Grenze wahr. Dort wiederum nahm uns sehr
herzlich der Vereinsvorsitzende des Funker-Clupps äErzgebirgler Funkerjäger“,
OM Freric Czeriowahnowicz in Empfang., der sogleich ebenso wie bei den oben
erwähnten anderen besuchten Funker-Klupps die Tagesordnung aus einem
Lodenmantel fischte und diese uns stolz aushändigte. Mittlerweile gewohnt an
den dann zu erwarteten Ablauf der Tagung verfolgten sowohl mein Butler wie auch
meine Persönlichkeit die Tagesordnung bis zum letzten Punkt und erhielten
ebenso die Zusicherung, dass uns alsbald das Protokoll in unseren Landsitz
schneien würde.
Die zwei sehr anstrengenden Tage – immerhin mussten wir zwischen
Fürstenfeldbruck und Baunatal einmal in einer Autobahn-Raststätte nächtigen und
legten insgesamt eintausendundvier Kilometer zurück – ließen mich ermattet in
meinen Korbsessel sinken; an meiner Seite wie immer steifen Rückens mein treuer
Butller, der alles arrangiert hatte.
Nun hieß es "Abwarten" – Warten auf die angekündigten Protokolle. Während uns
dann in kurzer Folge die Protokolle aus Fürstenfeldbruck, Buxtehude und
Rittersgrün relatief schnell ereilten, ließ das Protokoll aus Baunatal etwa ein
halbes Jahr auf sich warten. Unsere Geduld zahlte sich letztendlich aus, als
wir auch dieses dann in in den Händen hielten.
Sorgfältig studierte ich die Protokolle und vergleich sie systematisch mit- und
untereinander: Durch die Bank Forderungen an Behörden, Sammelsurien von Ideen
zur Bereicherung unseres heiß geliebten Hobbys, Bekundungen von
Vereinsinitiatiefen und so weiter und so fort.
Nun muss ich offenbaren, dass die gewohnt ausführliche Schilderung unserer
Rundreise bereits zwei Jahre vor dem Zeitpunkt stattfand, bevor ich heute mit
dieser Bothchaft meinen Federkiel ergriff, um sie nieder zu schreiben. Was also
war in der Zwischenzeit geschehen?
Nichts.
Aber schließlich haben wir die Protokolle als Ausdruck der lebendigen Tätigkeit
der Funker-Klupps von und für den CeBe-Funk. Wir verwahren diese so sorgfältig
auf wie die Päpste in ihren Archiven der Sixtinischen Kapelle in Rom.
Vieilleicht, vielleicht gewinnen sie im übernächsten Jahrtausend einmal an
Bedeutung....
In diesem Sinne verbleibe ich wie immer
mit grob geschätzer Hochachtung
Euer Frank Furth
E-Mail: Frank_Furth@mailes.de
--
Quelle: http://www.funkmagazin.de/glosse.htm
73 de Hans!
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