| |
DHH841 > FUNK 01.02.16 07:54l 63 Lines 2722 Bytes #999 (360) @ BCMNET
BID : 1Q2DBO841_0L
Read: GAST
Subj: Eigenbau-Powerline-Verstärker machte Kurzwelle unbrauchbar
Path: FFLB0X<DBO841
Sent: 160201/0654z @:DBO841.#BAY.DEU.BCMNET [Box Weng] obcm1.07b6_bn2 LT:360
From: DHH841 @ DBO841.#BAY.DEU.BCMNET (Hans)
To: FUNK @ BCMNET
X-Info: Sent with login password
Eigenbau-Powerline-Verstärker machte Kurzwelle unbrauchbar
Über eine außergewöhnliche Funkstörung berichtet der Funkamateur Rainer
Englert, DF2NU, in der Februar-Ausgabe der DARC-Clubzeitschrift "CQ DL".
DF2NU wohnt in einem kleinen Ort in Süddeutschland und hatte dort bisher nicht
mit Funkstörungen zu kämpfen. Plötzlich "über Nacht" - so berichtet DF2NU - sei
bei ihm ein starkes breitbandiges Störsignal aufgetaucht, das weite Bereiche
der Kurzwelle "zurauschte".
Befragte Fachleute vermuteten, es könne sich um ein VDSL-Signal handeln, aber
der Ort wird gar nicht mit VDSL versorgt.
DF2NU wandte sich schließlich an den Prüf- und Messdienst der BNetzA. Die von
den BNetzA-Mitarbeitern durchgeführte Signalanalyse erhärtete den Verdacht,
dass es sich um ein breitbandiges Datensignal handelt. Peilungen führten
zunächst zu keinem Erfolg und mussten aus Zeitgründen abgebrochen werden.
Unterdessen führte DF2NU weitere Messungen durch und stellte schließlich fest,
dass sich das Störsignal wahrscheinlich über die Freileitungen des örtlichen
Stromnetzes verbreitete.
Bei einem zweiten Besuch machten die BNetzA-Mitarbeiter schließlich den
Störenfried ausfindig: Er befand sich in einer ca. 400 Meter entfernten
Biogas-Anlage eines benachbarten Bauern. Dort war ein offenbar selbst gebautes
Powerline-Modem installiert, mit dessen Hilfe die Anlage vom ca. 300 Meter
entfernten Wohnhaus des Bauern ferngewartet wurde. Dem Powerline-Modem war ein
ebenfalls selbst gebauter Verstärker nachgeschaltet, der über keinerlei
Selektionsmittel verfügte. Dieser Verstärker erzeugte Oberwellen bis in den
UKW-Bereich hinein und speiste sein mehrere Watt starkes Signal in das
öffentliche Freileitungs-Stromnetz
ein.
Die BNetzA-Mitarbeiter stellten eine Grenzwertüberschreitung um 30 dB fest und
ordneten die sofortige Außerbetriebnahme des Geräts an.
Der Inhaber der Anlage fiel aus allen Wolken. Er erklärte, die Powerline-Anlage
mitsamt dem "Verstärker" sei von dem selben Ingenieurbüro erbaut worden, das
auch die Biogas-Anlage projektiert habe.
Um den nachbarlichen Frieden zu erhalten und Ham Spirit zu demonstrieren,
erklärte sich DF2NU bereit, anstelle des Powerline-Pfusches eine
WLAN-Verbindung zur Fernwartung der Biogas-Anlage zu installieren. Diese wurde
bereits am nächsten Tag aufgebaut und funktioniert zur Freude des Nachbarn
einwandfrei.
- wolf -
© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de
Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche Medien
(z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio) übernommen werden.
--
Quelle: http://www.funkmagazin.de/010216.htm
73 de Hans!
Lese vorherige Mail | Lese naechste Mail
| |