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Rückblick: Das war das CB-Funk-Jahr 2014
Januar 2014
Kurswechsel bei der CB-Vereinigung DFA: Im Juni vergangenen Jahres hatten sich
die Delegierten des Vereins für eine Auflösung der DFA ausgesprochen. Jetzt
kündigt der Vorstand an, dass man weitermachen wolle. Künftig sollen neben
Vereinen auch Einzelfunker Mitglied werden können.
Die Voice-over-IP-Plattform "Virtual-CBFunk" (VCBF) feiert vierjähriges
Jubiläum. VCBF ist eine CB-Funk-Simulation, bei der die Sprachübertragung
ausschließlich über das Internet stattfindet. Antennengeschädigte Funker freuen
sich über die diese Kommunikationsmöglichkeit; Kritiker monieren, dass es sich
dabei nicht um "echten" Funk handelt.
Das Schweizer "Bundesamt für Kommunikation" ordnet ein Verkaufsverbot für das
CB-Mobilfunkgerät "Albrecht AE 5890 EU" an, weil nach Ansicht der Behörde
Störgrenzwerte nicht eingehalten werden. Der Hersteller reagiert schnell und
bessert nach. Die Geräte aus neuer Produktion sind von dem Verkaufsverbot nicht
mehr betroffen.
Februar 2014
Aufregung um das Amateurfunkgesetz: Eine Funk-Zeitschrift berichtet, dass es im
Wirtschaftsministerium Überlegungen gegeben hatte, das Amateurfunkgesetz und
die Amateurfunkverordnung aus Kostengründen abzuschaffen und durch eine
"Allgemeinzuteilung für den Amateurfunk" zu ersetzen. Der RTA erklärt dazu, ein
derartiger Vorstoß des Ministeriums sei "erfolgreich abgewendet" worden und
"nun vom Tisch". Das Wirtschaftministerium teilt mit, dass ihm Überlegungen zur
Abschaffung von Amateurfunkgesetz und Amateurfunkverordnung nicht bekannt
seien.
März 2014
Lange hat's gedauert: Die österreichische Fernmeldeverwaltung gibt die
Modulationsarten AM und SBB im CB-Funk frei. Österreich ist damit das letzte
deutschsprachige Land, das die europäische CEPT-Decision für den CB-Funk in
nationales Recht umgesetzt hat.
Protest gegen Powerline: Der Funkamateur Karl Fischer, DJ5IL, wendet sich in
einem Offenen Brief an die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane
Reding. Er beschreibt, warum Powerline für die breitbandige Datenübertragung
über ungeschirmte Stromleitungen nicht geeignet ist und erhebliche Störungen
verursachen kann. Für die Schaffung der neuen "Powerline"-Norm EN 50561 gebe es
kein gültiges Mandat der Europäischen Kommission. Außerdem verletze die Norm
die vorgeschriebene Technologieneutralität und auch die Geschäftsordnung des
Normungsinstituts CENELEC.
Die CB-Vereinigung DAKfCBNF tagt im hessischen Wolfhagen. Nach Angaben des
Vereins werden 24 nicht näher bezeichnete Tagesordnungspunkte bearbeitet.
Mehrere "Vorschläge zum CB-Funk" sollen "in absehbarer Zeit dem
Wirtschaftsministerium vorgelegt werden". Nähere Informationen gibt der Verein
nicht bekannt.
April 2014
Die österreichische Fernmeldeverwaltung teilt einem CB-Funker mit, dass in
Österreich nur solche CB-Funkgeräte betrieben werden dürfen, die ausschließlich
über 40 schaltbare Kanäle verfügen. Geräte, bei denen die Kanalzahl oder die
Sendeleistung über Tastenkombinationen oder interne Jumper erhöht werden kann,
seien nicht erlaubt. Später wird die Behörde diese restriktive Auslegung
lockern.
Mai 2014
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht ihren Jahresbericht für das Jahr 2014. Die
Behörde berichtet über die Bearbeitung zahlreicher Störungen von BOS-Funk,
Flugfunk und Mobilfunknetzen. Zu Amateurfunk, CB-Funk und anderen
Hobbyfunk-Anwendungen enthält der Bericht keine Angaben.
Unter der Bezeichnung "Lafayette Evolution" erscheint ein neues
CB-Mobilfunkgerät auf dem deutschen Markt. Das Gerät liegt im mittleren Preis-
und Ausstattungssegment und kann als Besonderheit mit 12 oder 24 Volt betrieben
werden.
Ein Rentner aus Düsseldorf wird wegen Verstoßes gegen das "Abhörverbot" zu
einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Der Mann hatte mit einem Scanner auf
offener Straße lautstark dem Sprechfunkverkehr der Düsseldorfer Polizei
zugehört...
Juni 2014
Die britische Regulierungsbehörde "Ofcom" gibt im CB-Funk auf den Kanälen 1 bis
40 die Modulationsarten AM und SSB frei. Bisher war im britischen CB-Funk nur
die Modulationsart FM erlaubt. Mit der neuen Regelung hat Großbritannien die
europäische CEPT-Decision zum CB-Funk umgesetzt, die bereits im Juni 2011 in
Kraft getreten war.
Die CB-Funk-Vereinigung "Deutsche Funk-Allianz" (DFA) sagt ihre für den 14.
Juni vorgesehene Mitgliederversammlung kurzfristig wegen Krankheit ab. Ein
neuer Termin wird in Aussicht gestellt, aber bis Jahresende nicht realisiert.
Die BNetzA gibt fünf Frequenzen im 27-MHz-Bereich für SRD mit einer
Strahlungsleistung von 100 Milliwatt ERP frei. Die Geräte dürfen innerhalb
einer Stunde nur wenige Sekunden senden. Denkbar sind Anwendungen zur
Übermittlung von Meßwerten oder Statusmeldungen.
Zum 13. Mal sorgt der "Radio Activity Day" für Aktivität auf den
CB-Funk-Kanälen. Die Veranstaltung wurde im Jahre 2002 von dem Journalisten
Alexander Eisele ins Leben gerufen und wird seit zwölf Jahren von den
"Funkfreunden Nordbaden" durchgeführt.
Das östereichische BMVIT erklärt in einem Schreiben an einen Hobbyfunker, dass
das Errichten und Betreiben von CB-Funk-Multinormgeräten zulässig ist, wenn
sichergestellt ist, dass das Gerät ausschließlich mit den in Österreich
erlaubten Parametern arbeitet und eine Umstellung auf eine andere Ländernorm
"mit einfachen Mitteln" nicht möglich ist. Was "einfache Mittel" sind, lässt
die Behörde offen.
Juli 2014
Die BNetzA gibt bekannt, dass sie zeitlich befristet Amateurfunkbetrieb in
einem Teilbereich des 4-Meter-Bandes duldet. Die Duldung endet schon Ende
August 2014.
August 2014
Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof weist die Klage eines
Funkamateurs auf Beseitigung von Powerline-Störungen ab. Der Funkamateur wollte
die BNetzA auf gerichtlichem Wege zwingen, Maßnahmen zur Störungsbeseitigung
gegen ein Unternehmen zu ergreifen, das Internetzugang über das Stromnetz
anbietet. Das Gericht weist die Klage ab, weil ein Gutachter erklärt, er habe
in der Wohnung des Funkamateurs "keine PLC-typischen Störungen festgestellt".
Ein Hamburger Funkhändler baut Albrecht-CB-Funkgeräte für den Betrieb in
Österreich um. Dazu wird im Gerät die Umschaltmöglichkeit auf verschiedene
Ländernormen deaktiviert. Der Umbau ist vom Hersteller autorisiert.
Die Computer-Zeitschrift "c't" berichtet, dass die Zahl gemeldeter
Powerline-Störungen seit Anfang 2011 von 16 auf 20 Fälle pro Jahr angestiegen
ist. Das sei angesichts von 6000 bis 7000 Meldungen pro Jahr weiterhin extrem
niedrig.
September 2014
Aufregung beim österreichischen Amateurfunkverband ÖVSV: Der Präsident des
Vereins berichtet, dass das österreichische Amateurfunkgesetz geändert werden
soll. Es soll "gravierende Änderungen" geben, die "den Zweck des
Amateurfunkdienstes und die Gültigkeitsdauer der Lizenzen betreffen". Kurze
Zeit später rudert der ÖVSV zurück: Es habe sich um ein Missverständnis
gehandelt. Es ist zwar ein neues Gesetz geplant, aber der Verein werde in die
Entwurfsplanung einbezogen.
Oktober 2014
Die Firma Stabo Elektronik kündigt ein neues CB-Mobilfunkgerät an. Das
mittelgroße AM/FM-Gerät liegt in der mittleren Preis- und Ausstattungsklasse
und dürfte vorwiegend konservative Käufer ansprechen
Zum 23. Mal findet in Durmersheim die Hobbyfunkmesse "Rheintal Electronica"
statt - auch diesmal wieder mit der "CB-Lounge", in der sich Messebesucher über
die Möglichkeiten des CB-Funks informieren und CB-Hardware erwerben können. Das
Publikum äußert sich überwiegend positiv und auch die Veranstalter sind
zufrieden - die Besucherzahl der Rheintal Electronica ist nahezu konstant
geblieben. Kleiner Wermutstropfen: Ob die "CB-Lounge" auch im nächsten Jahr
stattfinden wird, ist noch ungewiss.
Die CB-Vereinigung DCBO gibt bekannt, dass sie die AM-, FM- und SBB-Konteste
künftig nicht mehr ausrichten wird. Auch das vereinsübergreifende Projekt
"Punktefunken" wird nicht mehr fortgeführt. Der Grund: Zu geringe Nachfrage und
rückläufige Teilnehmerzahlen.
November 2014
Die Firma Team Electronic bringt überraschend ein extrem kleines
CB-Mobilfunkgerät auf den Markt. Der AM/FM-Winzling aus chinesischer Produktion
verfügt zwar nur über die wichtigsten Bedienelemente und ein fest
angeschlossenes Mikrofon, begeistert aber durch hervorragende Verarbeitung,
gute technische Daten und den geringen Preis von knapp 60 Euro.
Dezember 2014
Hexenjagd in der Provinz: In der bayerischen Gemeinde Zeitlofs protestieren
aufgehetzte verängstigte Bewohner gegen einen ortsansässigen Funkamateur. Sie
stören sich an seinen Antennen und machen die Amateurfunkanlage für fünf
Krebs-Todesfälle in der Ortschaft verantwortlich.
Die österreichische Fernmeldeverwaltung stellt klar, dass
Multinorm-CB-Funkgeräte in Österreich betrieben werden dürfen, wenn nach einer
softwaremäßigen "Ländernorm"-Umschaltung das Gerät aus- und wieder
eingeschaltet werden muss. Damit ist der Umbau von Albrecht-CB-Funkgeräten mit
blockierter Ländernorm-Umschaltung für den österreichischen Markt hinfällig.
Ein Lebenszeichen von der CB-Funk-Vereinigung DFA: Der Verein gibt auf seiner
Website bekannt, dass der bisherige Vorsitzende Hans Bestobka sein Amt
niedergelegt hat. Zur Zeit werde dieses Amt von der stellvertretenden
Vorsitzende Angela Westermann wahrgenommen. Im kommenden Jahr soll eine
Mitgliederversammlung einberufen werden.
Die BNetzA veröffentlicht den Entwurf ihres "Vorhabenplans" für das Jahr 2015.
Die Behörde will u.a. an der Änderung des EMVG und des FTEG mitwirken und sich
für eine Verbesserung der Marktüberwachung und des Verbraucherschutzes
einsetzen. Für "Einrichtungen mit kabelloser Energieübertragung" sollen
Grenzwerte für die Störstrahlung im Bereich 9 kHz bis 30 MHz festgelegt werden.
Die BNetzA will dazu "gemeinsam mit der Industrie eine Lösung für eine schlanke
und effiziente Regulierung finden".
Zuwachs bei den CB-Funk-Winzlingen: Die Firma Alan Electronics kündigt ein
Mini-CB-Mobilfunkgerät im Niedrigpreissegment für Anfang nächsten Jahres an.
Das AM/FM-Gerät stammt vom selben chinesischen Hersteller wie das kürzlich auf
den Markt gekommene Mini-Gerät des Mitbewerbers Team Electronic, verfügt aber
über ein größeres Display mit integriertem S-Meter.
Wird das Jahr 2015 noch weitere Mini-CB-Funkgeräte bringen, vielleicht sogar
mit SSB? Es bleibt spannend...
- wolf -
© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de
Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche Medien
(z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio) übernommen werden.
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/010115.htm
73 de Hans!
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