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DHH841 > FUNK 23.11.14 19:38l 79 Lines 3896 Bytes #999 (360) @ FFL
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Programmzeitschrift "Funk Uhr" berichtete über "Elektrosmog"...
"Neue Erkenntnisse der Forschung" zum Thema Elektrosmog versprach die
Fernseh-Programmzeitschrift "Funk Uhr" auf ihrer Titelseite der Ausgabe
46/2014.
Wer die "neuen Erkenntnisse" im Innern des Heftes suchte, wurde enttäuscht.
Unter der Überschrift "Strahlen - die unsichtbare Gefahr" vermittelte das Blatt
seiner vorwiegend weiblichen Leserschaft zwischen Kochrezepten ("Pikantes
Ofen-Gulasch") und Reise-Tipps ("Bezauberndes Wien") einen Mix aus längst
bekannten Information zu elektromagnetischen Feldern und althergebrachten
Alarmmeldungen aus der Anti-Elektrosmog-Szene.
Letzteres verwundert nicht, denn als eine "Expertin" bemühte das Blatt u.a.
eine "Baubiologin", die sich neben Garten- und Landschaftsplanung u.a. auch mit
"Wasseradern und anderen geologisch bedingten Störstrahlungen" befasst.
Immerhin kam auch eine Pressesprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz zu
Wort.
Zum Thema "Babyphone" wusste die "Funk Uhr" zu berichten, dass "der Kopf eines
Kindes aufgrund seiner geringen Größe und der dünneren Schädelknochen mehr
Strahlung auf(nimmt) als der eines Erwachsenen". Dadurch "könnten tiefer
liegende Bereiche im Gehirn, die besonders empfindlich sind, bestrahlt werden".
Das Blatt bezieht sich dabei auf die Zeitschrift "Ökotest", der nachgesagt
wird, dass sie bei der Bewertung elektromagnetischer Felder der
Baubiologen-Szene recht nahe steht.
Auch beim Thema "DECT-Funktelefone" berief sich die "Funk Uhr" auf "Ökotest".
Bei einem Test von DECT-Telefonen seien in einem Abstand von einem Meter zur
Basisstation "Werte zwischen 600 und 17.000 Mikrowatt Strahlung pro
Quadratmeter" gemessen worden. In diesem Zusammenhang verstieg sich das Blatt
zu der Behauptung, dass "schon ab 100 Mikrowatt Strahlung (...) zum Beispiel
die Zellen unseres Körpers reagieren (können), indem sie wuchern."
Tief in die Mottenkiste griff die "Funk Uhr" beim Thema "Mikrowellen-Herd".
Unter Berufung auf ein "Schweizer Zentrum der Gesundheit" berichtete die
Zeitschrift, dass durch die Erhitzung in der Mikrowelle "bestimmte
Pflanzenstoffe im Gemüse zerstört werden", insbesondere "Antioxidantien, die
vor Krebs schützen". Derartige Vorurteile sind schon seit langem wiederlegt.
Jede Art der Erhitzung von Speisen - egal ob in der Mikrowelle oder bei
konventioneller Zubereitung - kann zur Zerstörung von Inhaltsstoffen führen.
Das besagte "Zentrum der Gesundheit" betreibt im Internet einen Handel mit
Nahrungsergänzungsmitteln und behandelt auf seiner Website auch Themen wie die
wirre Verschwörungstheorie "Chemtrails". Bei einem Test von Ernährungsportalen
im Internet bewertete die Verbraucherzentrale Hamburg das "Zentrum der
Gesundheit" mit der Note "mangelhaft".
In einem Extra-Kasten stellte die "Funk Uhr" die Frage "Wie gefährlich sind
Sendemasten?" und verwies dabei auf die zehn Jahre alte sog. "Naila-Studie".
Die Verfasser dieser Studie wollen herausgefunden haben, dass im Nahbereich
eines Mobilfunkmastes in dem bayerischen Städtchen Naila die Krebshäufigkeit um
das Dreifach gestiegen war. Die Ergebnisse der Studie, die erhebliche
methodische und statistische Schwächen aufweist, konnten in anderen
Untersuchungen nicht bestätigt werden.
Obwohl sich die "Funk Uhr" vordergründig um Ausgewogenheit bemühte, konnte der
Elektrosmog-Beitrag bei technisch unbelasteten Leser(innen) durchaus Ängste
wecken und den Eindruck vermitteln, dass von elektromagnetischen Feldern trotz
bestehender Vorsorgegrenzwerte ungeklärte Risiken ausgehen.
- wolf -
© FM-FUNKMAGAZIN
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/231114.htm
73 de Hans!
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