OpenBCM V1.13-38-g65b7 (Linux)

Packet Radio Mailbox

FFLB0X

[FFL-B0X]

 Login: GAST





  
DHH841 > FUNK     24.01.11 17:42l 91 Lines 4970 Bytes #999 (360) @ BAY
BID : O1LDBO84100M
Read: GAST
Subj: Computerzeitschrift "ct" berichtete über Powerline-Störproblematik
Path: FFLB0X<DBO841
Sent: 110124/1525z @:DBO841.#NDB.BAY.DEU.EU [Weng JN68EP] OBcm1.07b5 LT:360
From: DHH841 @ DBO841.#NDB.BAY.DEU.EU (Hans)
To:   FUNK @ BAY
X-Info: Sent with login password

Computerzeitschrift "ct" berichtete über Powerline-Störproblematik

Die Computerzeitschrift "ct" (http://www.ct.de) hat in der Ausgabe 2/2011 über
die Störproblematik von Inhouse-Powerline-Geräten berichtet.

Der Markt für Powerline-(PLC-)Geräte hat sich in den letzten Jahren erheblich
gewandelt. Während die Vermarktung von PLC-Internet-Anschlüssen durch
Stromanbieter ("Internet aus der Steckdose") bis auf wenige Ausnahmen
eingestellt wurde, haben sog. Inhouse-PLC-Geräte für die häusliche Vernetzung
eine weite Verbreitung gefunden. 

Herkömmliche Inhouse-PLC-Geräte arbeiten im Frequenzbereich 2 bis 30 MHz.
Geräte der neuen Generation verfügen über eine höhere Datenübertragungsrate und
benötigen deshalb mehr Bandbreite: Bei Geräten nach dem neuen "HomePlug
AV2"-Standard reicht der Frequenzbereich von 2 bis 68 MHz, Geräte mit
"Gigle"-Chipsatz nutzen sogar einen Bereich bis 305 MHz.

Die Zeitschrift "ct" hat zur Störproblematik von PLC-Geräten Stellungnahmen von
betroffenen Frequenznutzern und Herstellern eingeholt, darunter vom Deutschen
Amateur-Radio-Club (DARC), vom "Institut für Rundfunktechnik" (IRT) und vom
Inhouse-PLC-Hersteller "Devola".

Der DARC erklärte, dass die Reichweite der von PLC-Anlagen abgestrahlten
Störung bei aktuellen PLC-Geräten zwischen 100 und 500 Meter liegt. Bei einer
"flächendeckenden PLC-Verteilung wäre Funkbetrieb in Wohngebieten für die mehr
als 340.000 Funkamateure in Europa nicht mehr möglich". Mit der freiwillige
Absenkung der Powerline-Pegel auf den Amateurbändern um 30 dB kämen die meisten
PLC-Hersteller den Anforderungen des EMV-Gesetzes "schon näher"; dies reiche
aber nicht aus, wenn eine PLC-Anlage in unmittelbarer Nachbarschaft einer
Amateurfunkanlage in Betrieb genommen werde. Der DARC fordert PLC-Entwickler
auf, "durch wirksame Techniken die elektromagnetischen Störungen so weit zu
senken, wie es die grundlegenden Anforderungen des Gesetzes zur
elektromagnetischen Verträglichkeit (EMVG) vorschreiben".

Das IRT gab an, im Herbst vergangenen Jahres aktuelle PLC-Geräte untersucht zu
haben. Bei einem Gerät der Firma Belkin (Frequenzbereich 50 bis 305 MHz) seien
beispielsweise die Strahlungspegel zwar "niedrig" gewesen; sie hätten aber
ausgereicht, "um im Nahbereich - bis ca. 1 Meter Abstand zu einer
datenführenden ungeschirmten Stromleitung - Störungen des UKW-Empfangs und
sogar deutliche Störungen von DAB zu erzeugen". Das Institut schlägt vor, die
Rundfunk-Frequenzen durch sog. "Notching" von der PLC-Übertragung auszunehmen.
Zitat: "Solange die Hersteller die Rundfunkbänder per Notching aussparen, steht
dem PLC-Einsatz aus unserer Sicht nichts entgegen."

Für den PLC-Geräte-Hersteller Devolo ist die Diskussion um Powerline "nicht
nachvollziehbar". Das Unternehmen weist darauf hin, dass auch bei ADSL und VDSL
breitbandige HF-Signale auf ungeschirmte Leitungen moduliert werden. Mehr als
20 Millionen Haushalte in Europa würden PLC nutzen; dies stelle "einen nicht
unerheblichen gesellschaftlichen Nutzen dar". Die Einhaltung der Vorschriften
sei für Devolo "selbstverständlich"; sollten sich die Vorschriften ändern,
würde man sich "diesen neuen Rahmenbedingungen anpassen".

Auch andere Institutionen wurden von der "ct" zur PLC-Störproblematik befragt.
Die "Deutsche Flugsicherung GmbH" verweist auf eine Studie der britischen
Flugverkehrskontrolle NATS (National Air Traffic Services) und hält "Probleme
beim VHF-Flugfunk für möglich, etwa durch stärkeres Rauschen, das bei
Gesprächen zwischen Tower und Flugzeug zu Fehlinterpretationen von Anweisungen
führen könnte". Bei der Navigation könne es "beispielsweise zu Abweichungen
beim angezeigten Landepfad kommen". Die "Bundesanstalt für den Digitalfunk der
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BDBOS) sieht dagegen für
den neuen digitalen BOS-Funk auf TETRA-Basis nur eine "sehr geringe
Wahrscheinlichkeit für Störungen, da Tetra deutlich oberhalb von 300 MHz
arbeitet". Das Bundesministerium der Verteidigung geht davon aus, dass "die
militärische Kommunikation ausreichend geschützt ist, solange PLC-Geräte die
gesetzlichen Grenzwerte einhalten".

Relativ gering ist die Anzahl der PLC-Störungsmeldungen, die bisher bei der
Bundesnetzagentur eingegangen sind. Nach Angaben der Behörde gab es im Jahre
2010 (bis Anfang Dezember) insgesamt 6541 Funkstörmeldungen, davon standen nur
elf Fälle im Zusammenhang mit Inhouse-PLC-Störungen. Von den elf PLC-Fällen
wurden zehn "beseitigt", ein Fall wurden "nach Absprache mit den beteiligten
Parteien nicht mehr bearbeitet". Zum Vergleich: Im Vorjahr (2009) gab es 6923
Meldungen, davon 16 PLC-Störfälle.

- wolf -

© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de

Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche Medien
(z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio) übernommen werden.

--

Quelle: http://www.funkmagazin.de/230111a.htm

73 de Hans!
 


Lese vorherige Mail | Lese naechste Mail


 18.10.2026 17:39:22lZurueck Nach oben