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Subj: Funkstille im Nordatlantik
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Funkstille im Nordatlantik
URE erinnert mit Sonderrufzeichen 
EG1912T an den Untergang der Titanic

Am 10. April 1912 sticht die RMS Titanic von Southampton aus zu 
ihrer Jungfernfahrt in See – an Bord mehr als 1300 Passagiere 
und fast 900 Besatzungsmitglieder. Knapp fünf Tage später, kurz 
vor Mitternacht (GMT), kollidiert der britische Luxusdampfer im 
Nordatlantik mit einem Eisberg und versinkt keine drei Stunden 
später in den eiskalten Fluten. Da die Mehrheit der Passagiere 
aus Großbritannien, den USA, Skandinavien oder Irland stammte, 
stellt sich die Frage: Warum widmet der spanische Amateurfunk-
verband "Unión de Radioaficionados" (URE) diesem Unglück ein 
eigenes Funkevent?

Die Antwort liefert das fesselnde Buch der spanischen Journa-
listen Nacho Montero und Javier Reyero, "Los diez del Titanic" 
(Die Zehn der Titanic). Es rekonstruiert minutiös die Biografien 
von zehn Spaniern, die sich an Bord befanden – neun Passagiere 
und ein Besatzungsmitglied. Ihre Geschichten sind ebenso bewe-
gend wie kurios.

Tragik, Geheimnisse und eine "gekaufte" Leiche

Von den zehn spanischen Staatsbürgern überlebten sieben die 
Katastrophe; drei ließen ihr Leben. Die Gruppe bestand aus wohl-
habenden Reisenden der Ersten Klasse, deren Bediensteten sowie 
einigen Geschäftsleuten. Unter ihnen befand sich Victor Peñasco 
y Castellana, ein junger Multimillionär und Neffe eines spani-
schen Premierministers, der mit seiner Frau Maria Josefa auf 
einer 17-monatigen Hochzeitsreise durch Europa war.

Da Victors Mutter eine panische Angst vor dem Meer hatte, verbot 
sie dem Paar ausdrücklich, den Ozean zu überqueren. Die Frisch-
vermählten reisten dennoch heimlich von Paris nach Southampton, 
um die Titanic zu besteigen. Um den Schein zu wahren, ließen sie 
ihren Butler in Paris zurück. Dieser hatte die Aufgabe, regel-
mäßig im Voraus geschriebene Postkarten nach Madrid zu schicken, 
damit die Mutter das Paar weiterhin in Frankreich wähnte.

In der Nacht des Untergangs gelang es Victor, seine Frau und 
deren Zofe in einem Rettungsboot in Sicherheit zu bringen. Er 
selbst blieb an Bord und verschwand im Atlantik. Da seine Leiche 
nie gefunden wurde, stand die Witwe vor massiven juristischen 
Problemen: Nach damaligem spanischen Recht konnte ohne Leichnam 
kein Totenschein ausgestellt werden, was die Erbfolge blockierte 
und die Witwe rechtlich in einem Schwebezustand beließ – sie 
hätte niemals wieder heiraten können. Es hielt sich hartnäckig 
das Gerücht, dass die Familie schließlich in einem Pariser 
Leichenschauhaus eine Leiche "kaufte", um Victor offiziell für 
tot erklären zu lassen.

Schicksale in der Ersten und Zweiten Klasse

Ebenfalls in der Ersten Klasse reiste der wohlhabende asturische 
Landbesitzer Servando Oviés. Er war bereits mit 15 Jahren nach 
Kuba ausgewandert und dort zu einem bedeutenden Handelsmagnaten 
aufgestiegen. Nach einem Aufenthalt in Europa wollte er auf dem 
Transatlantikdampfer in seine Wahlheimat zurückkehren, erreichte 
diese jedoch nie. Auch sein Leichnam blieb unauffindbar.

Unter den Überlebenden stach Encarnación Reynaldo hervor. Die 
Witwe, die in der Zweiten Klasse reiste, wollte ihre Schwester 
in New York besuchen. In einer Nacht, in der Chaos und Sprachbar-
rieren über Leben und Tod entschieden, wurden ihre fließenden 
Englischkenntnisse zum Rettungsanker. Da die Anweisungen der 
Besatzung ausschließlich auf Englisch erfolgten, verstand sie die 
Signale rechtzeitig – und rettete damit vermutlich nicht nur sich 
selbst, sondern auch vier weiteren Spaniern der Zweiten Klasse 
das Leben.

"Einer der Gründe für die hohe Opferzahl auf der Titanic war, 
dass außer den Iren und Briten in der Zweiten und Dritten Klasse 
kaum jemand Englisch sprach", erklärt Carmen Posadas, Autorin 
des Buches "Der mysteriöse Fall des Titanic-Betrügers". Viele 
Passagiere konnten weder die Hinweisschilder lesen noch die 
Befehle der Crew verstehen.

Das Funkevent der URE

Um an diese Schicksale zu erinnern, veranstaltet die URE vom 
10. April 2026 (0000 UTC), dem Tag des Auslaufens, bis zum 
15. April 2026 (2359 UTC), dem Jahrestag des Untergangs, ein 
Gedenkevent auf den KW- und UKW-Bändern.

Rufzeichen: EG1912T

Betriebsarten: Alle Sendearten sind zugelassen.

Bestätigungen: Jeder Kontakt pro Sendeart und Band wird über das 
QSL-Büro, per eQSL und via LoTW bestätigt.

Besonderheit: Stationen, die EG1912T in der Betriebsart Morsecode (CW) 
kontaktieren, erhalten eine spezielle Sonder-QSL-Karte. 
 
--

Quelle: https://www.darc.de/home/

 * Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *

Funkfreunde Landshut e.V.
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